Materiallexikon

Kalbsleder
Siehe: Leder, Rindleder
Känguruleder
Es gibt ca. 48 Arten von Kängurus, einige unter Naturschutz. Das Känguru "macropus giganteus" ein Riesenkänguru, ist jedoch aufgrund seiner unkontrollierten Fortpflanzung eine echte Landplage geworden. Es darf daher mit kontrollierter Abschusslizens der australischen Regierung geschossen und unter Auflagen des Washingtoner Artenschutzabkommens exportiert werden. Durch eine spezielle Färbung ist unser Känguruleder absolut farbecht und durch eine spezielle Gerbung äußerst widerstandsfähig gegen Nässe und Schweiß. Normales Leder wird durch Nässe, vor allem aber durch Schweißeinwirkung hart, brüchig und schrumpft. Das Känguru schwitzt nicht auf der Haut, sondern nur unter dem Schwanz und an der Zunge. Die Hautoberfläche ist deshalb geschlossen, was sich auch auf die Faserstruktur auswirkt. Während sich bei Rindleder die Faserstruktur bei intensiver Beanspruchung des Leders leicht lockert, bleibt sie beim Känguruleder intensiver verzahnt als bei Rindleder.
Siehe: Leder
Keprotec
Sehr hochwertiges Mischgewebe aus Cordura und Kevlar zur Verstärkung von sturzgefährdeten Stellen.
Bietet sehr guten Schutz sowohl vor Hitze als auch vor Reibung, eine Polyurethan-Beschichtung garantiert Wetterfestigkeit. Raue, strukturierte Optik.
Siehe: Cordura, Kevlar
Kevlar
Sehr hochwertiges, in der Herstellung kostspieliges Aramidfaser-Gewebe mit hervorragenden Schutzeigenschaften. Das Material ist temperaturbeständig, weitgehend chemikalienresistent, abrieb-, reiß- und zugfest und weist zudem eine hoheSchlagdämpfung auf. Kevlar dient zur Verstärkung von Handschuhen, Schutzkleidung und Helmen an den besonders sturzgefährdeten Stellen.
Da Kevlar etwas lichtempfindlich ist, wird es gern als Materialmix oder als Unterlegung verwendet.
Siehe: Cordura, Aramid
Kinnbelüftung
Sorgt bei einem Motorradhelm für die effektive Belüftung des Visieres und dient der Beschlagminderung. Ebenso wird der Fahrer mit Frischluft versorgt.
Klimamembranen
Werden unter verschiedenen Markennamen angeboten (Gore-Tex, Reissa, Tepor, Sympatex, Hipora, Porell, Helsapor, Enprotex, Nibo, Humax, Drygate etc.). Gore-Tex und Sympatex sind patentrechtlich geschützt.
Allen Membranen gemeinsam ist die Grundfunktion: Unter Ausnutzung eines Temperaturgefälles wird Transpirat von innen nach außen abgeleitet, Wind und Regenwasser können jedoch nicht nach innen gelangen. Textil-, aber auch Lederbekleidung erhält durch diesen Effekt hervorragende Wetterschutz und gleichzeitig Komforteigenschaften.
Je nach Produktmarke sind die Membranen aus unterschiedlichen Grundstoffen gefertigt und als lose Folie ("Liner"), als Laminat (mit dem Obermaterial verbunden) oder als Beschichtung auf Trägermaterial ausgeführt.
Das Ur-Produkt, die "Gore-Tex"-Membran aus Teflon, erfüllt seine Funktion aufgrund sehr feiner Poren, die Hautfeuchtigkeit zwar nach außen, die gröberen Regenwassertröpfchen jedoch nicht nach innen gelangen lassen. Man sagt dem Gore-Tex einen besonders hohen Wirkungsgrad nach, allerdings hat das patentgeschützte Material auch seinen Preis.
Alle anderen Membranen bestehen aus Polyurethan oder Polyester und transportieren Wasserdampfmoleküle aufgrund von chemischen Reaktionen nach außen. Verschiedene Materialien sind den verschiedenen Einsatzgebieten im Bereich Motorradbekleidung angepaßt.
Gegen mechanische "Verletzungen" sind alle Klimamembranen empfindlich: Eine durchstochene Membran kann verständlicherweise nicht mehr abdichten. Ebenso können Schäden durch Behandlung mit ungeeigneten Waschmitteln entstehen. Weichspüler und deren Anteile im Waschmittel verderben die Membran unwiederbringlich!