Italien: Tirol – Trentino Motorradtour


Italien: Tirol – Trentino

Von den TĂ€lern des Nordens bis an den Gardasee

Von Tirol ins Trentino. Das ist eine Tour fĂŒr alle, die den Alpenhauptkamm queren möchten. Von den TĂ€lern des Nordens ĂŒber feine PĂ€sse in die Sonne des SĂŒdens bis an den Gardasee. Eine tolle Kombination. Zwei Wochen Zeit haben wir. Zwei Wochen, um ein paar der schönsten Alpenecken zu durchstreifen. Tirol haben wir hinter uns gebracht, eine Woche voller Touren zwischen Berg und Tal. Jetzt soll es in den SĂŒden gehen, in die Sonne, ans Meer. Na ja, nicht ganz. Aber immerhin an den Gardasee. Torbole ist unser Ziel, gut 300 Kilometer von unserem jetzigen Aufenthaltsort im Kaunertal entfernt. Und dazwischen? Ein paar wundervolle PĂ€sse, Kehren, Kurven und KnĂŒller 


Ein letztes Mal rollen wir aus dem Kaunertal hinaus ins obere Inntal. Schnell ist auch das durchfahren, Pfunds, Nauders, Reschenpass. Ein letzter Blick auf den markanten Kirchturm im Reschensee und wir sind in SĂŒdtirol, Bella Italia! Nach kurzer Fahrt rollen wir in Glurns ein. Das malerische SchmuckstĂŒck ist schon seit Römerzeiten ein Verkehrsknotenpunkt. Auch im vereinten Europa fließt noch viel Verkehr durch die zweitkleinste Stadt des Kontinents. Nur Rattenberg in Tirol ist noch kleiner – trotz Stadtrechten.

Am mittelalterlichen Marktplatz stehen reichlich Tische und StĂŒhle, auf denen sich Einheimische und Besucher friedvoll vereint in der Sonne rĂ€keln. Wir gesellen uns auf einen Cappuccino hinzu, das markante Tauferer Tor stets im Blick. SpĂ€ter rollen wir unter der Holzgalerie hindurch Richtung erstes PĂ€sse-Highlight: den Stelvio, besser bekannt als Stilfserjoch.

Headbanging auf zwei RĂ€dern

Seine 2.757 Meter machen ihn zum zweithöchsten asphaltierten Gebirgspass der Alpen, bekannt ist er vor allem fĂŒr seine 48 Kehren, die an der Ostrampe zum Scheitel hinauffĂŒhren. Doch die Kehren sind, bei allem sportlichen Ehrgeiz, nichts fĂŒr runde SchwĂŒnge. DafĂŒr sind sie zu eng gebaut. HĂ€ufiges Schalten ist angesagt, stets bis hinunter in den ersten Gang. Kurzer Gasstoß, wieder ein, zwei Autos ĂŒberholt, schon wieder abgebremst und ums nĂ€chste Eck. Ein eleganter Tanz ist das nicht, eher Headbanging auf zwei RĂ€dern.

Der Stelvio ist meist nur fĂŒnf Monate im Jahr geöffnet. Bei der Höhe wundert das nicht. DafĂŒr ist der Pass mautfrei. Schließlich sollen die Besucher des seit 1935 bestehenden Nationalparks eine der grĂ¶ĂŸten Schutzzonen der Alpen reichlich nutzen. Trotz der engen Kehren ist der Pass unter Bikern beliebt. Als wir den Scheitelpunkt erreichen, stehen MotorrĂ€der eng gedrĂ€ngt auf allen Parkzonen rechts und links des Weges. Deshalb schenken wir uns die Pause und nehmen stattdessen die etwas runder zu fahrenden Kehren nach Bormio unter die RĂ€der, das wir 1.500 Höhenmeter tiefer erreichen. Gut, dass wir uns die Pause auf dem Stilfserjoch verkniffen haben, so können wir in dem bekannten Wintersportort ein echtes italienisches Mittagessen verdrĂŒcken.

SpaghettigestĂ€rkt machen wir uns an den zweiten Teil der Tour. Als nĂ€chstes liegt der Gaviapass zwischen uns und dem Val di Sole, dem Sonnental des Trentino, denn noch befinden wir uns in der Lombardei. Also geht es jetzt erst mal wieder 1.400 Meter hinauf in luftige Höhe. Sanft steigt die Alpenstraße an, die insgesamt 43 Kilometer durch eine stille Landschaft fĂŒhrt, was einem auch beim Motorradfahren viel Zeit fĂŒrs Sinnieren lĂ€sst. Das sind Alpenstraßen, wie wir sie lieben. Hier kommen uns Ideen, hier schĂŒtteln wir den Alltag ab und lassen die Seele baumeln. Noch hĂ€ngen ein paar Wolken ĂŒber den Gipfeln des Corno dei Tre Signori (3.360 Meter) und des Monte Gavia (3.223 Meter). Deshalb kommen wir an der Baustelle auf der SĂŒdrampe auch nicht besonders ins Schwitzen – ebenso wenig wie die Bauarbeiter, die wohl am frĂŒhen Nachmittag noch Siesta halten. Ein paar Kilometer weiter biegen wir dann links ab, stoßen ĂŒber den Passo del Tonale ins besagte Val di Sole hinein, und als hĂ€tten wir‘s bestellt, strahlt die Sonne von einem blauen Himmel herab.

Spritzige Erholung an ĂŒber 100 Seen

Die nĂ€chsten Kilometer cruisen wir ostwĂ€rts, ein StĂŒck auch entlang der wilden Wasser des Noce. Erstaunlicherweise ist Wasser, zumindest im Sommer, ein herausragendes Thema des Tals, denn mit ĂŒber 100 Seen auf diesem ĂŒberschaubaren Raum bietet es reichlich spritzige Erholung.

Genug der Talfahrt, ab geht‘s wieder in die Berge hinauf. Nicht umsonst ist diese Ecke des Trentino im Winter ein Skiparadies. Und einer der bekanntesten Wintersportorte ist Madonna di Campiglio, dass wir nach ein paar Kehren hinauf auf die Pian dei Frari erreichen. Wie viele der Schneelegenden geht es auch hier im Sommer eher etwas beschaulicher zu. Den ewig langen Tunnel der Ortsumfahrung lassen wir rechts liegen und rollen stattdessen durch den ruhig in den Bergen liegenden Ort. Da es heute hier nichts Interessantes zu entdecken gibt, geht es zĂŒgig weiter und wir konzentrieren uns wieder auf das Wesentliche, das Motorradfahren.

Ist auch gut so, denn ein paar richtig schöne Strecken können wir uns noch gönnen. DafĂŒr mĂŒssen wir die Hauptstraße bei Tione di Trento verlassen, ein Abzweig, den wir fast verpasst hĂ€tten. An die italienische Minimalbeschilderung von Nebenstraßen mĂŒssen wir uns wohl erst noch gewöhnen. Bolbeno finden wir dann aber doch und mit dem Dörfchen eine schnuckelig schmale Strecke in die Berge. Dann wird es aber unĂŒbersichtlich, ein Gewirr an StrĂ€ĂŸchen breitet sich vor uns aus, diverse GebĂ€udekonglomerate gesellen sich dazu. Wir verlieren kurzzeitig den Überblick. Ein unscheinbares Schild fĂŒhrt uns schließlich auf den rechten Weg nach Ballino zurĂŒck und weiter zum Lago di Tenno.

Einer der kleineren Bergseen des Trentino liegt in der mittlerweile tief stehenden Sonne vor uns und ĂŒberstrahlt das GrĂŒn der Landschaft mit seinem satten TĂŒrkis. Wir gönnen den Bikes einen Moment Pause, dann bollern die Zweizylinder wieder vor sich hin. In engen Kehren geht es steil hinunter nach Riva del Garda, den See stets im Blick. Viele Völker zwischen Po und Isar haben den Gardasee adoptiert. Das „bayerische Meer“ wird es genannt, ebenso wie das „Tiroler Meer“, und schon die Römer wussten die Gegend fĂŒr ihren Erholungswert zu schĂ€tzen. Vor allem ist es aber eins: Ein unglaublich schönes GewĂ€sser, hier an seiner Nordspitze eingebettet in steil aufragende BerghĂ€nge zu beiden Seiten. Da kann man sich nur verlieben. Und so freuen wir uns auf eine spannende Woche an und abseits der Ufer dieses Sees.

Zum Abschluss dieses rundum gelungenen Fahrtages gönnen wir uns noch vor dem Einzug ins Hotel Santalucia ein wohlverdientes GlĂ€schen Wein. Dazu laden gleich einige Lokale am Ufer in Torbole ein, unserem Quartier fĂŒr die nĂ€chste Zeit.

Italien: Tirol – Trentino

Riva del Garda

Ein Aufenthalt am Gardasee wĂ€re unvollstĂ€ndig, wĂŒrde man sich nicht mal eine kulturelle Auszeit gönnen. Und Riva del Garda, der Hauptort des Nordufers, ist dafĂŒr wie geschaffen. Bis zum Ersten Weltkrieg gehörte die Stadt zu Österreich-Ungarn, was man noch an zahlreichen architektonischen Hinterlassenschaften der K.u.K.-Zeit erkennt.

Der schiefe Turm Torre Apponale ragt 34 Meter ĂŒber den Hafen auf. Ein Aufstieg auf das im Jahr 1220 entstandene Bauwerk eröffnet einen fantastischen Blick ĂŒber Hafen und Stadt. Auf der anderen Hafenseite liegt, völlig von Wasser umgeben, Rocca da Riva, das aus dem zwölften Jahrhundert stammende Stadtcastell. Es beherbergt das stĂ€dtische Museo Civico, dessen Exponate Auskunft ĂŒber die wechselvolle Geschichte des malerischen Ortes geben. Sportliche Naturen finden am nördlichen Gardasee ebenfalls reichlich BetĂ€tigung. Die Region ist bei Mountain Bikern ebenso beliebt, wie bei Surfern. Der Ora, ein SĂŒdwind, der in der Mittagszeit beginnt und bis in die frĂŒhen Abendstunden weht, macht die GewĂ€sser vor Riva und Torbole zu einem Paradies der Winde.

Dieser Tourentipp wurde von der Redaktion des Magazin ALPENTOURER erstellt. ALPENTOURER erscheint vier Mal im Jahr mit Infos zu den schönsten Motorradtouren zwischen Alpen und Adria.

Hinweis zum Kartenmaterial

Um die Nachfahrbarkeit unserer TourenvorschlĂ€ge zu gewĂ€hrleisten, bieten die hier angebotenen gpx-Downloads eine hohe Wegpunktdichte und sind mit dieser Datenmenge nicht auf jedem Navisystem direkt darstellbar. Zur Bearbeitung kannst du diese gpx-Dateien in das fĂŒr dein NavigationsgerĂ€t passende Routenprogramm importieren und dann in fĂŒr das GerĂ€t verdauliche Portionen aufteilen. Die endgĂŒltige DateigrĂ¶ĂŸe ist dann abhĂ€ngig vom Navi-Modell und der zugehörigen Software-Version. Solltest du keine Routensoftware besitzen, lĂ€sst sich diese Datei auch in den gĂ€ngigen Online-Routensystemen bearbeiten. Diese bieten fĂŒr nahezu alle GerĂ€te auf dem Markt die passenden Konvertierungstools.

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