Frühjahrs-Check fürs Motorrad 

Das Motorrad im Frühjahr zum Laufen zu bringen, bedarf keiner großen Mühen, vorausgesetzt es wurde im Herbst mit ausgebauter Batterie, randvollem Tank und entleerten Vergasern in den Winterschlaf geschickt.

HOW TO: Frühjahrs-Check am Motorrad
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Wann musst Du den REIFEN wechseln?
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HOW TO: Motorradkette schmieren/fetten

Frühjahrs-Check durchführen

Konntest du im vergangenen Herbst ein wenig Zeit in dein Bike investieren und es mit ausgebauter Batterie, randvollem Tank und entleerten Vergasern in den Winterschlaf schicken? Dann wirst du im Frühjahr keine große Mühe haben, dein „Baby“ wieder gut aussehen zu lassen und zum Laufen zu bringen.


Checkliste zum Saisonstart – so geht's

Step 1: Motorrad säubern

Step 1: Motorrad säubern

01 – Motorrad säubern

Wurden zur Winterruhe Auspuff und Motorblock mit Feinöl konserviert, wischt man dieses gründlich ab und entfernt ggf. den öligen Lappen aus den Schalldämpfern. Wurde das Motorrad mit Konservierungsmitteln geschützt, ist es ganz wichtig die Bremsscheiben gründlich mit Bremsenreiniger zu säubern. Auch Fußrasten und Handhebel sollten schmierfrei sein.


Step 2: Wiederbelebung am Ladegerät

Step 2: Wiederbelebung am Ladegerät 

02 – Wiederbelebung am Ladegerät

Die (hoffentlich) im Keller überwinterte Batterie kann nun vom Ladegerät abgeklemmt werden. Nach der Montage der Batterie wird zuerst das Plus- dann das Minuskabel befestigt. Danach bekommen die Pole etwas Polfett. Der Entlüftungsschlauch darf beim Verlegen keinen Knick bekommen (letzterer entfällt bei wartungsfreien Batterien).

Wurde die Batterie im Fahrzeug „vergessen“, ist der Ausbau (erst Minuskabel lösen) zur Wiederbelebung am Ladegerät notwendig. 

Bei Standard-Säurebatterien kontrolliert man den Füllstand und ergänzt ihn mit demineralisiertem Wasser, bei wartungsfreien Batterien ist dies natürlich nicht notwendig. Weitere Informationen findest du in unserem Schraubertipp Batterie. 

Nimmt die Batterie keine ausreichende Ladung mehr auf, weil sie sich über die Wintermonate tiefentladen hat und weil als Folge die Zellen mehr oder weniger stark sulfatiert sind, ist leider eine Neuanschaffung fällig ...


Step 3: Der Scheinwerfer ist nur einer von mehreren Prüfpunkten

Step 3: Der Scheinwerfer ist nur einer von mehreren Prüfpunkten

03 – Licht überprüfen

Hupe und Licht müssen funktionieren (Abblend-, Fern-, Brems-, Rücklicht, Kennzeichenleuchte, Anzeigeleuchten, Blinker).


Step 4, Abb. 1: Profiltiefe messen

Step 4, Abb. 1: Profiltiefe messen

04 – Profiltiefe messen

Die Reifen dürfen nicht überaltert, brüchig oder ungleichmäßig/eckig abgefahren sein. Du prüfst das Reifenprofil mit einem Profiltiefenmesser. 1,6 mm sind absolutes Verschleißlimit. Für eine sichere Fahrt auch bei Regen sollte ab 2 mm Profiltiefe aber bereits eine neue „Socke“ eingeplant werden. 

Step 4, Abb. 2: Herstellungsdatum (KW/Jahr) hier: 20. Kalenderwoche 2017

Step 4, Abb. 2: Herstellungsdatum (KW/Jahr) hier: 20. Kalenderwoche 2017

Das Produktionsdatum kann übrigens auf dem Reifen nachgesehen werden. Steht da z. B. 2017, wurde dieser in der 20. Kalenderwoche des Jahres 2017 hergestellt.


Step 5: Wird es hier trübe, ist es höchste Zeit für den Wechsel

Step 5: Wird es hier trübe, ist es höchste Zeit für den Wechsel

05 – Wechsel der Bremsflüssigkeit

Alle zwei Jahre ist ein Wechsel der Bremsflüssigkeit fällig, denn diese nimmt selbst im verschlossenen System mit der Zeit Wasser auf und garantiert dann keinen sicheren Bremsdruckpunkt mehr. Mehr Infos zu Bremsflüssigkeiten findest du in unserem Schraubertipp Bremsflüssigkeit Basiswissen

Auch die Bremsklötze sollten zum Saisonstart noch deutlich von ihrer Verschleißgrenze entfernt sein. Weiteres findest du dazu in unserem Schraubertipp Bremsbeläge.


Step 6: Ist die Gabel noch öldicht?

Step 6: Ist die Gabel noch öldicht?

06 – Gabelölsimmerringe überprüfen

Die Gabelölsimmerringe sollten kontrolliert werden, ob sie noch dicht halten. Bei Ölundichtigkeit sind die Simmerringe zu wechseln. Dabei wird gleichzeitig das Gabelöl erneuert. Der Saisonstart ist ein guter Zeitpunkt hierfür. 

Ansonsten gelten die Wechselintervalle des Fahrzeugherstellers (siehe Schraubertipp Gabeldichtringe).


Step 7: Rehbraun und trocken sollte die Zündkerze aussehen

Step 7: Rehbraun und trocken sollte die Zündkerze aussehen

07 – Zündkerzen prüfen

Zündkerzen sollten ca. alle 10 tkm, Papierluftfilter ca. nach 10 – 18 tkm ausgetauscht werden (siehe Wartungsangaben des Fahrzeugherstellers). Auch Zündstecker altern und können dann zur Fehlerquelle werden – ein vorbeugender Wechsel schützt vor Pannen. 


Step 8: Schmutz entfernen

Step 8: Schmutz entfernen

08 – Winterschmutz entfernen

Nun prüfst du noch einmal, ob sich über den Winter nicht doch hier und dort „Gammel“ am Motorrad breitgemacht hat, den du gründlich ausrotten solltest. Wurde es vor der Winterruhe vergessen, schmierst du die Hebel und alle Gelenke gründlich ab. 


Step 9: Rost- und „Blühstellen“ entfernen

Step 9: Rost- und „Blühstellen“ entfernen

09 – Rost entfernen

Rostnester werden mit Schleifpapier oder einer Drahtbürste beseitigt, mit Rostschutzfarbe grundiert und in Fahrzeugfarbe lackiert, z. B. mit Tupf- oder Sprühlack. Rost an Chromteilen entfernt man mit Chrompolitur, „Blühstellen“ auf blankem Aluminium mit AluMagic.


Step 10: Frisches Öl für den Motor

Step 10: Frisches Öl für den Motor

10 – Ölwechsel

Wurde der Öl- und Filterwechsel im Herbst nicht durchgeführt, solltest du diesen nun wirklich nicht mehr länger hinausschieben (siehe Schraubertipp Ölwechsel). Und immer wieder: Ölstand kontrollieren.


Step 11: Antriebskette reinigen, schmieren und ggf. spannen

Step 11: Antriebskette reinigen, schmieren und ggf. spannen

11 – Antriebskette reinigen

Die Antriebskette sollte gereinigt, frisch eingesprüht und auf richtige Spannung kontrolliert werden. Ggf. die Kette nach Herstellervorgaben nachspannen. Mehr zum Thema findest du im Schraubertipp Kettenpflege.


Step 12: Riemenspannung prüfen

Step 12: Riemenspannung prüfen

12 – Riemenspannung prüfen

Bei Motorrädern mit Riemenantrieb achtest du darauf, dass der Riemen sauber ist und sich kein Sand oder kleine Steinchen im Riemen angesammelt haben. Mit einer weichen Bürste kann man ihn säubern. Die Riemenspannung ist nach Herstellervorgaben zu prüfen und ggf. einzustellen.


Step 13: Kardanölstand kontrollieren

Step 13: Kardanölstand kontrollieren

13 – Kardanölstand kontrollieren

Bei Kardanfahrzeugen checkst du den Ölstand. Ggf. mit entsprechendem Kardanöl auffüllen.


Step 14: Auspuffanlage festmachen

Step 14: Auspuffanlage festmachen

14 – Auspuffanlage festmachen

Die Auspuffanlage sowie deren Verbindungen müssen fest sitzen und dicht sein. Undichtigkeiten können Schäden an Katalysator und Schalldämpfer hervorrufen.


Step 15: Vorderradgabel und Hinterradstoßdämpfer begutachten

Step 15: Vorderradgabel und Hinterradstoßdämpfer begutachten

15 – Vorderradgabel und Hinterradstoßdämpfer begutachten

Überprüfe, ob Vorderradgabel und Hinterradstoßdämpfer gut ein- und ausfedern und auch dämpfen und nicht nachwippen. Du solltest dabei auch nachsehen, ob irgendwo ein Schmierfilm auf Undichtigkeiten hinweist.


Step 16: Spiel vom Gas- und Kupplungszug überprüfen

Step 16: Spiel vom Gas- und Kupplungszug überprüfen

16 – Spiel von Gas- und Kupplungszug überprüfen

Um das Spiel von Gas- und Kupplungszug zu überprüfen, bewegst du den Lenker langsam nach ganz links und rechts. In jeder Stellung des Lenkers muss Spiel im Gasgriff und Kupplungshebel sein.


Step 17: Schrauben kontrollieren

Step 17: Schrauben kontrollieren

17 – Schrauben kontrollieren

Alle Befestigungsschrauben kann man gerne auf festen Sitz kontrollieren und ggf. mit dem vorgeschriebenen Drehmoment nachziehen. Mehr zum Thema Schrauben im Schraubertipp Schrauben Basiswissen.


Step 18: Ist genug Flüssigkeit im Kühlflüssigkeitsbehälter?

Step 18: Ist genug Flüssigkeit im Kühlflüssigkeitsbehälter?

18 – Ist genug Flüssigkeit im Kühlflüssigkeitsbehälter?

Bei Motorrädern mit Wasserkühlung muss der Flüssigkeitsstand im Ausgleichsbehälter kontrolliert werden. Überprüfe auch, ob aus Schläuchen oder Kühler Kühlflüssigkeit austritt.


Step 19: Nach mögliche Lecks untersuchen

Step 19: Nach mögliche Lecks untersuchen

19 – Mögliche Lecks untersuchen

Auch Kraftstoffbehälter, Benzinhahn und Kraftstoffschläuche sowie Vergaser bzw. Einspritzanlage dürfen auf keinen Fall Lecks aufweisen.


Step 20: Schlösser mit Schließzylinderspray schmieren

Step 20: Schlösser mit Schließzylinderspray schmieren 

20 – Schlösser mit Schließzylinderspray schmieren

Alle Schließvorrichtungen wie Zünd-, Tank-, Lenk- und Sitzbankschloss sowie das des evtl. losen Zubehörschlosses sind auf gute Funktionalität zu prüfen. Mit Schließzylinderspray werden Schlösser geschmiert und gangbar gemacht.


Step 21: Reifendruck angleichen

Step 21: Reifendruck angleichen

21 – Reifendruck angleichen

Prüfe noch den Luftdruck in den Reifen und gleiche diesen nach Herstellerangaben an. 


Step 22: Vergaserdüsen von Harz befreien

Step 22: Vergaserdüsen von Harz befreien

22 – Vergaserdüsen von Harz befreien

Sind die Schwimmerkammern vor dem Winter nicht entleert worden, besteht evtl. Gefahr, dass die Vergaserdüsen sich mehr oder weniger stark mit Harz zugesetzt haben. Um dieses zu lösen, kann ein Kraftstoffsystemreiniger (z.B. PROCYCLE Kraftstoffsystemreiniger) eingesetzt werden, der dem Benzin beigegeben wird. In hartnäckigen Fällen bleibt leider nur die Demontage und gründliche Reinigung des Vergasers mit Vergaser-Reiniger, wenn das Bike dauernd schlecht starten oder hartnäckig unrund laufen sollte (siehe Schraubertipp Vergaser). 


Step 23: Probefahrt

Step 23: Probefahrt

23 – Probefahrt

Nun kannst du sicher in die neue Motorradsaison starten. Will das Motorrad nicht sofort anspringen, kann etwas PROCYCLE Start-hilfe-Spray in den Ansaugtrakt gesprüht werden (siehe Schraubertipp Starthilfe). So erhält man ein zündfähigeres Gemisch.

Und denk dran: Nach der Winterpause müssen sich deine Reflexe erst wieder ans Motorradfahren gewöhnen – lasse es zunächst lieber etwas gemütlicher angehen, fahre defensiv, Sicherheit geht vor!

Auf der ersten Fahrt gönnst du deinem Motor am besten auch eine etwas längere Warmlaufphase (15 – 20 km), denn nach der langen Standzeit hat sich Kondenswasser im Motor gebildet, das sich zunächst verflüchtigen muss.


Unsere Empfehlung


Das Louis Technikcenter

Solltest du eine technische Frage zu deinem Motorrad haben, wende dich gerne an unser Technik-Center. Dort hat man Erfahrung, Nachschlagewerke und Adressen ohne Ende.

Bitte beachten!

Bei den Schraubertipps handelt es sich um allgemeine Vorgehensweisen, die nicht für alle Fahrzeuge oder alle einzelnen Bauteile zutreffend sein können. Die jeweiligen Gegebenheiten bei dir vor Ort können unter Umständen erheblich abweichen, daher können wir keine Gewähr für die Richtigkeit der in den Schraubertipps gemachten Angaben übernehmen.

Wir danken für dein Verständnis.


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